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Internationale Bad-Visionen

Der Hansgrohe Design Preis 2015 ist vergeben. Sechs visionäre Bad-Konzepte wurden ausgezeichnet. Erfolgreich waren u.a. Jungdesigner aus Österreich.

Der Hansgrohe Design Preis 2015 ist verliehen. Sechs visionäre Bad-Konzepte wurden ausgezeichnet. © Hansgrohe

Der Hansgrohe Design Preis 2015 ist verliehen. Sechs visionäre Bad-Konzepte wurden ausgezeichnet. © Hansgrohe

Wie sieht das Baddesign von morgen aus? Diese spannende Frage beleuchtete der soeben erfolgreich abgeschlossene, diesjährige Wettbewerb um den Hansgrohe Design Preis für nachhaltige Designideen im Umgang mit Wasser – und das überaus vielfältig. Denn unter dem Motto „Efficient Water Design: Small Space – Big Shower Pleasure“ wurden 448 Konzepte von Nachwuchsdesignern aus 27 Nationen für den Award eingereicht, der bereits zum fünften Mal im Rahmen des internationalen Nachwuchswettbewerbs iF concept design award am 28. Mai 2015 in Hamburg ausgelobt wurde.

Nachwuchsförderung nimmt bei Hansgrohe generell einen sehr hohen Stellenwert ein – ganz besonders auch beim Design, mit dem sich unser Unternehmen schon seit mehr als vier Jahrzehnten intensiv auseinandersetzt. Mit dem ‚Hansgrohe Design Prize by iF‘ bieten wir jungen Designtalenten eine internationale Plattform zur Präsentation ihrer Ideen und Konzepte rund um das Thema Wasser“, zeigt sich Philippe Grohe, Leiter der Designmarke Axor der Hansgrohe SE, von den Leistungen der jungen Talente begeistert.

 

Petra Kerker von iF gratuliert Jenny Gebler (M.) und Marian Massegg zum Gewinn für ihren Beitrag „Popup Bath“. © iF

Petra Kerker von iF gratuliert Clara Fessler (M.) und Marian Massegg zum Gewinn für das  „Popup Bath“. © iF

Internationales Siegertreppchen

Lange wurde der Entscheidung, wer das Rennen macht, entgegen gefiebert, nun stehen die Sieger fest. Die sechs besten Arbeiten stammen dabei aus Österreich, Schweden, China, dem Iran und der Tschechischen Republik. Von einer dreiköpfigen Badexperten-Jury wurden sie aus 122 Finalisten ausgewählt , vier der sechs Gewinner-Konzepte in diesem Jahr von den Jurymitgliedern Andreas Haug, einer der Gründer und Partner von Phoenix Design in Stuttgart, Ulrich Schumacher, Unternehmenssprecher Hansgrohe SE, und Philippe Grohe mit einem Preisgeld in Höhe von je 1.250 Euro Preisgeld ausgezeichnet, zwei dürfen sich über eine „Special Mention“ freuen.

 

Gewinnerteam aus Österreich

Siegreich: Das Bad „POPUP“ von Jenny Gebler, Marian Massegg und Clara Fessler wurde für Menschen, die auf kleinstem Raum leben, und deren Bedürfnisse konzipiert. © iF

Siegreich: Das Bad „POPUP“ von Jenny Gebler, Marian Massegg und Clara Fessler wurde für Menschen, die auf kleinstem Raum leben, und deren Bedürfnisse konzipiert. © iF

Erfolgreich war dabei auch ein kreatives Jungdesigner-Team aus Österreich: Das faltbare Badezimmer „Popup Bath“ von Jenny Gebler, Marian Massegg und Clara Fessler (Fachhochschule Joanneum, Graz/Österreich) überzeugte die Jury. Ihr Konzept ist ein Bad, das für Menschen, die auf kleinstem Raum leben, und deren Bedürfnisse konzipiert wurde. Faltbare Waschbecken und Badewannen, fächerförmig ausziehbare Ablageflächen und Handtuchhalter – inspiriert von der chinesischen Kultur – aus Papier und Bambus. Tyvek, ein leichtes und wiederverwertbares papierartiges Material, verleiht POPUP seine einzigartige Ästhetik und Funktionalität. „Faltbare Waschbecken und Badewannen, ausziehbare Ablageflächen in Form chinesischer Fächer, dazu eine Kopfbrause, die höhenverstellbar ist und zugleich als Wasserhahn fungiert – die Arbeit “popup bath – the foldable bathroom” entwirft ein platz- und materialsparendes, sehr durchdachtes Gesamtkonzept eines kleinen Badezimmers, in dem nur die aktuell benötigten Sanitärobjekte raffiniert aufgefaltet und durch eine Mehrfach-Nutzung der Armaturen eine äußerst effiziente Installation erreicht wird. Die spielerische Leichtigkeit im Umgang mit den Formen und Funktionen ist besonders eindrucksvoll“, so die Jurybegründung.

Schwedische Bad-Vision

Ausgezeichnet: „Medley“ von Gustav Olofsson, eine platz- und kostensparende, multifunktionale Kombination aus Waschbecken und Dusche. © iF

Ausgezeichnet: „Medley“ von Gustav Olofsson, eine platz- und kostensparende, multifunktionale Kombination aus Waschbecken und Dusche. © iF

Ebenfalls ausgezeichnet und mit 1.250 Euro Preisgeld bedacht wurde die multifunktionale Badezimmereinheit „Medley“ von Gustav Olofsson (Universität: Konstfack University College of Arts, Stockholm/Schweden). Hinter dem Namen verbirgt sich eine platz- und kostensparende, multifunktionale Kombination aus Waschbecken und Dusche. An einer Art Laufschiene, die an der Wand befestigt ist, sind ein Wasserhahn, der leicht auf jede gewünschte Höhe eingestellt werden kann, und ein Waschbecken befestigt, ebenso ein Spiegel, Stauraum, ein Ventil und ein Wasserfilter. „Die Arbeit Medley überzeugt durch eine platz- und kostensparende Systemlösung: Das Waschbecken kann gedreht, flexibel nach oben geschoben und zur Dusche verwandelt werden, zugleich sind ein Spiegel und eine Ablagefläche in die Vorrichtung integriert – ein intelligenter Designentwurf, der dem Megatrend der globalen Urbanisierung und den damit verbundenen sozioökonomischen Auswirkungen Rechnung trägt. Allerdings sind die Formen des Panels und die Details der Beckenaufnahmen noch zu unausgereift“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Wassersparendes Zukunftskonzept

Prämiert: „Water-Saving Shower“ von Xian Shi und Hai Long Tangist ist v.a. für körperlich eingeschränkte und ältere Menschen konzipiert. © iF

Prämiert: „Water-Saving Shower“ von Xian Shi und Hai Long Tangist ist v.a. für körperlich eingeschränkte und ältere Menschen konzipiert. © iF

Überzeugen konnte zudem das Duschkonzept „Water-Saving Shower“ von Xian Shi und Hai Long Tang (Liaoning University of Technology, Jinzhou/China). Diese Dusche ist vor allem für körperlich eingeschränkte und ältere Menschen konzipiert. Sie verfügt über eine Sitzvorrichtung mit Rückenmassage-Funktion. Der Duschring lässt sich auf und ab bewegen und während des Duschens kann eine Fußmassage mit integriertem Bimsstein aktiviert werden. Durch Einstellen des Badewannen-Modus lässt sich ein Bad nehmen, bei dem viel weniger Wasser als bei einem üblichen Bad verbraucht wird. „Water-Saving Shower ist ein pragmatisch-ergonomischer und zugleich kreativer Ansatz, älteren und körperlich eingeschränkten Menschen einen hohen und ressourcensparenden Duschkomfort zu ermöglichen. Wie durchdacht das Konzept ist, zeigen auch Details wie die Bimsstein-Elemente am Boden, die während des Duschens eine Fußmassage erlauben. Besonders originell ist die Duschabtrennung erdacht, es muss aber bezweifelt werden, ob ihre Funktionsfähigkeit der Praxis standhält“, erläutert die Jury.

 

Ausgezeichneter „neuer Archetyp“

Gewinner: Das vielseitige, gebogene „Curved Washbasin“ von  Seyyed Amir Arsalan Shams Abadi  ist Waschbecken, Armatur und Händetrockner in einem. © iF

Gewinner: Das vielseitige, gebogene „Curved Washbasin“ von Seyyed Amir Arsalan Shams Abadi ist Waschbecken, Armatur und Händetrockner in einem. © iF

Last but not least komplettiert der 3-in-1 Waschtisch „Curved Washbasin“ von Seyyed Amir Arsalan Shams Abadi (Tehran University, Teheran/Iran) das Gewinnertreppchen. Dieses vielseitige, gebogene Waschbecken ist Waschbecken, Armatur und Händetrockner in einem. Hält man beim Curved Washbasin mit seiner vorne geschlossenen, wellenartig gebogenen Form die Hände unter den Bogen, strömt Wasser zum Waschen heraus, sobald man fertig ist, startet der Händetrockner. Die Idee dahinter ist, ein neuartiges Design zu schaffen, das für ein einzigartiges Produkterlebnis sorgt und gleichzeitig vor Spritzwasser schützt. „Das sehr eigenwillige beschwingte formale Statement, gepaart mit einer neuartigen Kombination der Gebrauchsfunktionen, machen dieses Konzept zu einem einzigartigen, neuen Objekt. Es ist ein neuer Archetyp entstanden, der eine Wasserwelle und einen Luftwirbel symbolisiert, ein besonderes Produkterlebnis bietet, und darüber hinaus noch den Nutzer vor spritzendem Wasser schützt – eine sehr gelungene Kombination aus ansprechendem und zugleich funktionalem Design“, ist die Jury beeindruckt.

 

Special Mention“ für lässige Badidee und…

Special Mention: „The Concept of Pureness“ von Jiří Krejčiřík sind minimalistisch gestaltete Badelemente, die individuell kombiniert werden können. © iF

Special Mention: „The Concept of Pureness“ von Jiří Krejčiřík sind minimalistisch gestaltete Badelemente, die individuell kombiniert werden können. © iF

Neben diesen vier wurden zwei Konzepte mit dem Prädikat „Special Mention“ bedacht. Geadelt wurde einerseits das Set aus Badelementen „Concept of Pureness“ von Jiří Krejčiřík (University of West Bohemia / Pilsen, Tschechien), die ganz individuell, abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse, kombiniert werden können. Das vorwiegend verwendete Material ist ein Polymilchsäure-Verbund, der biologisch abbaubar ist. Der minimalistische Design-Ansatz wird akzentuiert von blaugrünen Teilen (als Symbol für Wasser), die die Interaktion mit den Badelementen begleiten. Perforierte Teile belüften Stauräume, in denen Feuchtes aufbewahrt wird, verringern das Gewicht der abnehmbaren Teile und sorgen für eine emotionale Unterteilung des kompakten Produktes. „Design folgt Funktion – diese Maxime setzt The Concept of Pureness mit Präzision in allen Details konsequent um. Die minimalistisch gestalteten, modular kombinierten Badelemente wie Spiegelschrank, Armatur und Waschbecken zeichnen sich allesamt durch ihre Multifunktionalität aus. Eine platzsparende und praktische Lösung für kleine Bäder, die sich vor allem durch sehr praktische Detaillösungen von Stauräumen und Armaturen auszeichnet“, so die Jurybegründung.

 

eine besondere Armatur

Special Mention: „Eve“ von Rebecca Daum ist eine Armatur, die den täglichen Wasserverbrauch ins Bewusstsein bringt. © iF

Special Mention: „Eve“ von Rebecca Daum ist eine Armatur, die den täglichen Wasserverbrauch ins Bewusstsein bringt. © iF

Aber auch die Armatur „Eve“ von Rebecca Daum (Umeå Institute of Design / Umeå, Schweden) erhielt eine „Special Mention“. Das Besondere: Die Armatur bringt den täglichen Wasserverbrauch ins Bewusstsein. Der Wasserhahn visualisiert den Wasserverbrauch, mit einer zusätzlichen App kann man die maximale Tageswassermenge einstellen, Statistiken über den Verbrauch abrufen und die Ergebnisse mit denen der Freunde vergleichen. Um der Armatur ein völlig neues Aussehen zu verleihen, werden neue Materialien wie Keramik und Beton verwendet. Dies eröffnet auch unendliche Möglichkeiten für individuelle Kundenwünsche. „Die Arbeit Eve nutzt die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung, um den Wert der lebenswichtigen Ressource Wasser spielerisch ins Bewusstsein zu bringen. Das Display, das über die bereits genutzte Wassermenge informiert, fügt sich elegant in die zylindrisch gestaltete Armatur ein. Die App zur Auswertung und Steuerung des persönlichen Verbrauchs und zur Interaktion in den sozialen Netzwerken macht Eve zu einem durchdachten Gesamtkonzept“, erläutert die Jury, die sechs ganz unterschiedliche, visonäre Bad-Konzepte für den Hansgrohe Design Preis 2015 auswählte.

www.hansgrohe.com

 

Die Gewinner in der Bildershow:

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