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Bewegende Sitzmöbelkonzepte

Auf zur Zagreb Design Week heißt es dieser Tage für zwei NDU-Studierende. Dort zeigen sie erstmals ihre selbst hergestellten Sitzmöbel.

 

Auf der Zagreb Design Week werden die Projekte NDU-Studierender gezeigt, u.a. der bewegende Hocker „Merry-Go-Round“ von Johannes Nigsch. © N.K.

In Kroatien steigt von 9. bis 14. Mai die Zagreb Design Week. Mittendrin statt nur dabei werden gleich zwei studentische Projekte der New Design University St. Pölten ausgestellt. Johannes Nigsch und Hallgrímur Arnason, beide Studierende des Lehrgangs „Design, Handwerk & materielle Kultur“, präsentieren ihre selbst hergestellten Sitzmöbeln erstmals vor internationalem Publikum. Nach erfolgreichen Ausstellungen auf der Vienna Design Week, feiert die NDU damit auch auf der Zagreb Design Week ihre Premiere. Das diesjährige Thema des Events „What is the problem?“ soll dabei zeigen, dass Design nicht nur ein Lifestyle oder Trend ist, sondern Lösungsansätze für vielfältige Probleme in der Gesellschaft bietet. Die beiden ausgewählten Studentenprojekte des NDU-Bachelorprogramms setzen genau hier an: Nigsch und Arnason konzipierten jeweils ein Sitzmöbel, um die negativen Folgen von falschem oder langem Sitzen zu vermeiden.

 

„Der Sitz ist in ständiger Bewegung und somit auch der Körper der sitzenden Person.“ – Johannes Nigsch

 

So beschäftigte sich Johannes Nigsch in seinem letzten Studienjahr intensiv mit den Haltungsschäden, die durch einseitige Belastungen der Hüfte und des Rückens entstehen. Dies ist häufig eine Konsequenz bei längeren, sitzenden Tätigkeiten, die wenig Bewegung erfordern. Dies soll der dreibeinige Hocker „Merry-Go-Round“ der Vorarlberger Jungdesigners verhindern. Durch Tennisbälle, die sich unter der Sitzfläche befinden, erhält der Sessel eine Beweglichkeit, die dem Sitz ermöglichen, den Drehungen und Gewichtsverlagerungen des Benutzers besser zu folgen. Dadurch sollen einseitige Belastungen reduziert und Ermüdung vermieden werden. „Der Sitz ist in ständiger Bewegung und somit auch der Körper der sitzenden Person“, erklärt der Jungdesigner.

 

Bewegende Devise

Weniger sitzen, mehr aufstehen – dazu regt der „Stand-up Chair“ von Hallgrímur Arnason an. © N.K.

Einen spielerischen Ansatz verfolgt Hallgrímur Arnason bei seinem Konzept. Er möchte den Benutzern ins Bewusstsein rufen, dass langes Sitzen bei schlechter Haltung gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann und zwingt sie durch einen abwechselnd angenehmen und unangenehmen Sitz zum Aufstehen. Im Dialog der Benutzer spielen Luft und Schwerkraft die Hauptrolle: Die aufblasbaren Sitzpolster auf zwei Sesseln sind durch einen Schlauch miteinander verbunden. Die Luft aus den Polstern reicht jedoch nur aus, einen der beiden Sitzmöbel komfortabel zu machen. Sitzen nun zwei Personen auf den Stühlen, wird eine davon durch die ungemütliche Sitzoberfläche zum Stehen „gezwungen“. Arnason möchte dadurch langfristig eine neue Gewohnheit der Benutzer schaffen: weniger sitzen, mehr aufstehen.

 

Aufgezeigt

Wie sich dies genau gestaltet, ist auf der Zagreb Design Week live erlebbar, die als das größte kroatische Designevent gilt. Beide Entwürfe werden bei dem Designfestival, das mit kreativem Design und einem umfangreichen Programm an rund 50 Locations weltweit einflussreiche Designer und Designaficionados anlockt, in der österreichischen Ausstellung von 9. bis 14. Mai gezeigt. Überhaupt bringt sich Österreich auf der Design Week im Zuge des Kulturjahres 2017 „Österreich-Kroatien“ mit Ausstellungen und Vorträgen ein – man darf also gespannt sein.

 

www.ndu.ac.at

 


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