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Schweizer Designpreis-Schau in Wien

Gleich zwei Schweizer Designpreise sind mit der Ausstellung „Schweiz + Österreich = Design“ zu Gast im designforum Wien. Die Schau ist aber mehr als „nur“ ein Best Of Schweizer Designs.

 

Mit der Ausstellung „Schweiz + Österreich = Design“ im designforum Wien sind bis 19. Oktober Schweizer Designpreise zu Gast in Wien. Foto: designforum/designaustria

Mit der Ausstellung „Schweiz + Österreich = Design“ im designforum Wien sind bis 19. Oktober Schweizer Designpreise zu Gast in Wien. Foto: designforum/designaustria

Doppelte Designpower ist aktuell im designforum Wien angesagt. Denn auf Einladung von designaustria präsentieren der Design Preis Schweiz (DPS) und das Schweizer Bundesamt für Kultur (BAK) bei der Ausstellung unter dem Titel „Schweiz + Österreich = Design“ das Beste aus der Schweiz – von Mode über Grafik und Fotografie bis hin zu Industriedesign und bringen im Rahmen der VIENNA DESIGNWEEK sowie darüber hinaus preisgekröntes Design aus der Schweiz in den Designhotspot im Museumsquartier. Die Schau von 25. September bis 19. Oktober ist eine besondere Premiere. Es sei eine Kooperation „zwischen den Organisationen und den Designpreisen der beiden Länder“, so Severin Filek, Geschäftsführer von designaustria, bei der Eröffnung der Schau. „Das Beste der Staatspreise wird hier gezeigt und auch in der Schweiz zu sehen sein“, bringt Filek auf den Punkt, was der Titel bereits andeutet: Macht prämiertes Schweizer Design aktuell hierzulande Station, wird ausgezeichnetes österreichisches Design von 31. Oktober bis 2. November 2014 beim einzigartigen Designers´ Saturday im schweizerischen Langenthal zu Gast sein.

 

Bei der Eröffnung: Severin Filek, Alexander Szadeczky, die Designer Sebastian Marbacher und Carlo Clopath sowie Barbara Vlachos (BAK), neben Michel Hueter (Design Preis Schweiz) und die Designer Ronny Hunger, Christian Paul Kägi, Robert Huber und Christian Lehmann. Foto: WOHNDESIGNERS

Bei der Eröffnung: Severin Filek, Alexander Szadeczky, die Designer Sebastian Marbacher und Carlo Clopath sowie Barbara Vlachos (BAK), neben Michel Hueter (Design Preis Schweiz) und die Designer Ronny Hunger, Christian Paul Kägi, Robert Huber und Christian Lehmann. Foto: WOHNDESIGNERS

Besondere Selektion

Dieses etwas andere Design-Doppel zeigt aber nicht nur, sondern wirft eine spannende Frage auf: Wo liegen die Unterschiede, Schnittstellen und Synergien im Designschaffen der Nachbarländer Österreich und Schweiz? Auf eine erste Spurensuche können sich Interessierte nun erst einmal im designforum Wien begeben. Bei der Ausstellung präsentieren die Kuratoren Patrizia Crivelli und Michel Hueter eine multidisziplinäre Selektion der Ergebnisse der beiden führenden Schweizer Designwettbewerbe, die einander ergänzen und zusammen die wettbewerbsbasierte Designförderung in der Schweiz abdecken. So legen die Schweizer Designpreise, ausgelobt durch die Eidgenossenschaft und mit dem Österreichischen Staatspreis für Design vergleichbar, den Fokus auf die Anerkennung des kreativen Talents und Qualität, beim Design Preis Schweiz, eine private Initiative, wiederum liegt das Augenmerk auf dem Produkt im marktwirtschaftlichen Umfeld.

 

Alles Design, Design für alle(s)

Die Ausstellung zeigt eine multidisziplinäre Selektion von Produkten der Teilnehmer, Nominierten und Gewinner zweier Schweizer Designpreise. Foto: WOHNDESIGNERS

Die Ausstellung zeigt eine multidisziplinäre Selektion zweier Schweizer Designpreise. Foto: WOHNDESIGNERS

„Wir sind sehr glücklich hier zu sein“, freut sich Michael Hueter vom Design Preis Schweiz über die Schau, die sich nicht nur an das Fachpublikum, sondern an alle designaffine Interessierte richtet. „Und es ist unser Ansinnen nicht nur Endresultate zeigen, sondern auch zu erzählen, weshalb hier was steht und wie es entstanden ist“. Dabei wurden bewusst Exponate aus verschiedensten Disziplinen gewählt und durchmischt, immerhin wolle man „aufzeigen und vermitteln, dass Design wichtig ist, dass es eine Haltung ist, es aus guten Prozessen besteht, dass es einen Mehrwert bieten muss – und zwar in verschiedenen Bereichen“.

 

Kreative Power

Unter anderem zu erleben: Die von Thilo Alex Brunner und Jörg Mettler neu interpretierten Thermosflaschen von SIGG. Foto: WOHNDESIGNERS

Unter anderem zu erleben: Die von Thilo Alex Brunner und Jörg Mettler neu interpretierten Thermosflaschen von SIGG. Foto: WOHNDESIGNERS

Zu sehen sind daher ganz unterschiedlichste Produkte, jedes für sich Ausdruck Schweizer Designs. Die Thermosflaschen von SIGG im Bereich der Designpreise Schweiz. Der Klassiker des Produktdesigns wurde von den beiden Produktdesignern Thilo Alex Brunner und Jörg Mettler neu interpretiert und geht mit echtem Schweizer Design, sanft adaptiertem Look, neuen Verschlüssen und einsetzbaren Teesieben in die Zukunft. Ein weiteres spannendes Projekt ist mit „Under Cover“ eine fotografische Arbeit von Virginie Rebetez, die sich dabei mit südafrikanischen Grabritualen beschäftigt und bei deren Werk die Grenzen zwischen Design und Kunst verschwimmen. Neben diesen warten natürlich zahlreiche weitere spannende Arbeiten von Teilnehmern und Gewinnern des Schweizer Designpreises.

 

Starke Stücke

Ebenso stark und vielfältig vertreten ist auch der Design Preis Schweiz. So sind unter anderem die Taschen von QWSTION aus der Feder Designstudios Aekae der Designer Fabrice Aeberhard und Christian Paul Kaegi zu sehen, die unterschiedlichste Tragemöglichkeiten und Looks von Business bis Leisure eröffnet.
Oder auch der Cresta Chair des jungen Labels DADADUM Sàrl, designt von Jörg Boner productdesign – ein „zeitgenössisches Remake eines klassischen Alpenstuhls“, wie ihn Michel Hueter beschreibt, mit bewusst sichtbaren Zinkenverbindungen.

Spannende Stücke: „Palutta“, eine Serie von Küchenaccessoires von Carlo Clopath sowie „BioBurn“ von Christian Lehmann. Foto: WOHNDESIGNERS

Spannende Stücke: „Palutta“, eine Serie von Küchenaccessoires von Carlo Clopath sowie „BioBurn“ von Christian Lehmann. Foto: WOHNDESIGNERS

Faszinierend auch „BioBurn“ von Designer Christian Lehmann und dessen Label Christian Lehmann Design – und zwar die Anlage zur Verwandlung von Biomasse in Pellets zum Heizen selbst wie auch die Entwicklungsgeschichte dahinter. So wurde, wie Hueter erzählt, der Designer erst spät in den Entwicklungsprozesses einbezogen, habe der Anlage aber nicht nur ihren optischen Schliff verliehen, sondern es mit seinem professionellem Designimpact geschafft, die Kosten immens zu senken.

 

Ganzheitliches Designdenken

Damit ist die Kreation ein gutes Beispiel dafür, was Design alles zu leisten vermögen – und zwar weit über ästhetische Gesichtspunkte hinaus. „Es ist wichtig, dass Design ganzheitlich gedacht wird“, macht Hueter deutlich und unterstreicht die Bedeutung integrierter Prozesse. Design ist, salopp gesagt, mehr als nur ein optisches Feigenblatt, vielmehr lässt es gute zu Top-Produkten erwachsen.

 

Österreichisches Design goes Langenthal

Ausgezeichnete Produkte zeigt die Ausstellung „Schweiz + Österreich = Design“ im designforum Wien bis 19. Oktober jedenfalls in Hülle und Fülle. „Wir laden Sie ein zur Entdeckungsreise“, so Michel Hueter. Kurz darauf öffnet dann auch bereits die Schau in der Schweiz, bei der im Gegenzug zur Präsentation in Wien dann ausgezeichnetes Design aus Österreich beim Designer’s Saturday in Langenthal gezeigt wird. In Kooperation mit Creative Industries Styria (CIS) präsentiert designaustria dabei von 31. Oktober bis 2. November 2014 eine kleine Auswahl an Produkten, die in den vergangenen zwei Jahren den österreichischen Staatspreis Design gewonnen haben, ergänzt durch preisgekröntes steirisches Design.

 

www.designforum.at/w

www.designaustria.at

www.swissdesignawards.ch

www.designpreis.ch

 

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