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Think Forward ’13: Stoff für gute Ideen

Die Recycling-Idee hat die Textilbranche erreicht: Création Baumann hält mit dem Think Forward Award Ausschau nach neuen Perspektiven.

 

Die Preisträgerinnen Anna Dähne (Projekt „Reset“) (li.) und Jennifer Hier (Projekt „Trias“) (re.) mit den Jury-Mitgliedern. Foto: Création Baumann

Die Preisträgerinnen Anna Dähne (Projekt „Reset“; li.) und Jennifer Hier (Projekt „Trias“; re.) mit den Jury-Mitgliedern. Foto: Création Baumann

Ist es tatsächlich machbar, dass Textilien rezykliert werden? Wir alle kennen das Cradle-to-Cradle-Prinzip, das Wiederverwertungsprogramm, das beispielsweise die österreichische Textilproduktion Backhausen anwendet, um den Umwelt- gedanken in der Branche zu realisieren. Création Baumann, das Schweizer Unternehmen mit unerschöpflicher Innovationskraft, bemüht sich indessen noch weitere Wege zu finden, um das Thema Stoff-Recycling auszureizen, und schreibt aus diesem Grund biennal den „RECREATE TEXTILES: Think Forward“-Award aus, der 2013 bereits zum dritten Mal vergeben wurde.

 

Gut genügt nicht

Nach neun Monaten Entwicklungsphase bis zur Einreichung standen nun Mitte September standen die Gewinner fest. Nicht weniger als 50 Arbeiten – von mehrköpfigen Teams, aber auch so genannten Einzelkämpfern aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Israel – wurden der fünfköpfige Jury in Langenthal präsentiert, um um den begehrten Award im Bereich Textilrecycling zu buhlen. Die Erwartungen der Jury – bestehend aus Inhaber und CEO von Création Baumann Philippe Baumann, Katja Born, Dipl. Ing. Innenarchitektin der Being Born Building Brands, Dieter Hofmann, Geschäftsführer und Inhaber der Blickfang GmbH, Christian Paul Kaegi, Industrial Designer und Partner Aekae und Lars Quadejacob, Chefredakteur des Designmagazins design report – waren hoch.

Reset von Anna Dähne und Katharina Schäfer, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Foto: Création Baumann

Reset von Anna Dähne und Katharina Schäfer, Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Foto: Création Baumann

Und die Aufgabenstellung stellte sich anspruchsvoll und komplex dar, da der Fokus auf ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Lösungen lag: Es ging im Wesentlichen darum, Reststoffe neu denken und Textilien als Grundlage für eine neue Produktidee nutzen, die innovativ, umsetzbar und marktfähig sein sollte. Neben künstlerischen Objekten und völlig neuartigen Materialentwicklungen zeigten die Designer impressiv, was aus den vielen Metern Stoff des Langenthaler Textilherstellers neu entwickelt werden kann.

 

Eine Handvoll Sieger

Nach insgesamt zwei Durchgängen, wobei beim ersten die Top Ten feststanden und beim zweiten schließlich die Gewinner festgelegt wurden, erkor die Jury fünf Projekte aus, deren Autoren sich jeweils über 2.000 Euro Preisgeld freuen konnten. Aus dem Wettbewerb gingen als strahlende Sieger hervor: Helen Hofmann und Daniel Daub von der Hochschule der Gestaltung Offenbach, die mit dem Projekt „Dawinikusli“ eine geschichtete Polstermöglichkeit kreierten, die aus unterschied- lichen Materialien gefertigt werden kann, Anja Hungerkamp von der Hochschule Niederrhein, die mit „Fold“ die Idee des Origami nutzte und gehärtete Textilien verwendete, die vielseitig gefaltet und verwendet werden können, Stefanie Powell, Studentin an der Weissensee Kunsthochschule Berlin, die mit ihrer Arbeit „HotDots“, einer Kombination aus Material und Kunststoff, überzeugte, Anna Dähne und Katharina Schäfer, beide Studentinnen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, die ihren Entwurf „Reset“ mit neuen Textilkombinationen aus den Vorlagen entwickelten, und Jennifer Hier von der Staatlichen Akademie der Künste Stuttgart, die ihren Beitrag „Trias“ dem klassischen Holzfurnier entlehnt.

 

Innovativ, funktional, ästhetisch

"Hot Dots" von Stefanie Powell, Weissensee Kunsthochschule Berlin. Foto: Création Baumann

„Hot Dots“ von Stefanie Powell, Weissensee Kunsthochschule Berlin. Foto: Création Baumann

„Auffallend war insgesamt, dass viele Arbeiten den Weg vom Textil zum neuen Produkt nicht eingehalten haben. Bei vielen Projekten hat das die Chance für eine Auszeichnung reduziert. Die Gewinnerprojekte sind überwiegend materialbezogen, haben also einen klaren Materialansatz. „Fold“ ist die einzige Arbeit, aus dem durch Falten und Kombination ein Produkt entsteht“, resümiert Philippe Baumann, der die Wettbewerbsreihe „Think Forward“ 2009 ins Leben gerufen hat. Seine Idee, diesen Innovationswettbewerb zu initiieren, war es, erstklassige Ideen nationaler und internationaler Studierender, Archi- tekten und Designer anzuregen, zu diskutieren und letztlich eine Handvoll davon mit dem „Think Forward“-Award auszuzeichnen. Die Messlatte für junges, frisches Textildesign setzt er dabei bewusst sehr hoch an, wobei die Hauptentscheidungskriterien bei Innovation, Funktionalität und Ästhetik ange- siedelt sind. Je nach Auslegung der jeweiligen Wettbewerbsaufgabe wird das spannenderweise sehr differenziert umgesetzt: Von aufwändigen Objekten bis zur Materialprobe eines völlig neuartigen Gewebes ist schlicht alles dabei. Alle eingereichten Arbeiten konnten in der an die Prämierung anschließenden Ausstellung bewundert werden.

 

www.creationbaumann.com/award

„RECREATE TEXTILES: Think Forward“-Award 2013 – Die Gewinner in der Bildershow

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