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Von außergewöhnlich bis ausgezeichnet

Ein frischer Designwind durchwehte mit der blickfang Wien MAK und Stadt. Innovative Kreationen, Dutch Design und Winner – sie hatte es in sich.

 

Design über Design zeigte die blickfang Wien. © blickfang/Jakob Polacsek

Mit dem Herbstwind blies auch die blickfang Wien zum Design-Refresh. Nicht weniger als 150 internationale Designer zeigten und verkauften vom 27. bis 29. Oktober auf der Designmesse mit Shopping-Option Möbel, Mode und Schmuck jenseits der Stangenware. Wien eröffnete dabei die Saison der blickfang-Messen, die bekanntlich zwei Seiten haben: Einerseits geht es ums Kennenlernen von Designern, die hier ihre innovativen Kreationen enthüllen, ums unbeschwerte, lustvolle Shoppingerlebnis und ums Finden jener Lieblingsstücke, die man sonst vergeblich sucht. Andererseits geht es um Dinge, die bleiben: Wer auf der blickfang einkauft, erwirbt keine Stücke, die in einer Saison „out“ sind, sondern nimmt potenzielle Lebensbegleiter mit nach Hause.

Von innovativen Kreationen bis zu coolen Sonderschauen bot die blickfang alles und noch mehr. © blickfang/Jakob Polacsek

Diesem Ruf als Hotspot für etwas anderes Design, wurde die diesjährige blickfang Wien mehr als nur gerecht und lockte mit bewährtem Konzept und frischen Innovationen 13.200 Designbegeisterte ins MAK.

 

„Mit unserer Arbeit wollen wir vermitteln, dass Möbel keine Verbrauchsstücke sind. Sie werden mit der Zeit nicht schlechter, sondern sind potentielle Erbstücke.“ – mo-ni-ka

 

Möbel, Schmuck und Mode jenseits des Mainstreams konnten im MAK nicht nur erlebt, sondern auch gekauft werden. © blickfang/Jakob Polacsek

Denn hier steppte der Designbär. Außergewöhnliche Kreationen auf Schritt und Tritt füllten die bekannte Location, die Designer waren höchstpersönlich vor Ort und machten ihre neuesten Stücke auf besondere Weise erlebbar. Zu jenen kreativen Köpfen, die persönlich die Besucher empfingen, gehörte unter anderem das Wiener Möbellabel mo-ni-ka. Charakteristisch ist für die drei Designer neben der Arbeit mit Holz und einer eleganten, leichtfüßigen Formsprache auch ein nachhaltiger Anspruch: „Mit unserer Arbeit wollen wir vermitteln, dass Möbel keine Verbrauchsstücke sind. Sie werden mit der Zeit nicht schlechter, sondern sind potentielle Erbstücke.“ Darum kann man ihre Entwürfe auch nur an Orten wie der blickfang finden – Auge in Auge mit dem Designer, der den wohldurchdachten Entwurf erläutern kann.

 

blickfang Designpreis

Höchstpersönlich stellten Designer ihre Kreationen vor. © blickfang/Jakob Polacsek

Das galt auch für die Sieger des blickfang Designpreises. Die Juroren Yasmin El Mohandes, Modeexpertin Ulrike Tschabitzer-Handler, Linzer Designprofessor Ton Matton, Kurator Andrés Fredes und Architekt Gregor Eichinger streiften am Eröffnungsfreitag über die blickfang, um unter allen Ausstellern die besten zu küren. In der Diskussion ging es nicht nur um Entwurfsqualität, Zeitgeist und Fertigung, sondern vor allem auch um die Frage, welchen Wert Designhaltung und Limitierung in der Zeit der Massenware einnehmen. Sowohl in der Kategorie „Mode & Schmuck“ wie auch in „Möbel & Produkt“ vergeben, ist dabei gleich zwei Designpreis-Entwürfen gemein, dass sie limitiert sind, während der dritte Preisträger sich durch das Erhalten uralten Handwerkswissens profiliert.

 

„Das ist kein lautes Statement, sondern ein leises Label, das sich durch Detailreichheit auszeichnet.“ Ulrike Tschabitzer-Handler über Miyagi

 

Konsequent anders

Ausgezeichnet mit dem blickfang Designpreis „Mode & Schmuck“: Miyagi. © blickfang/Jakob Polacsek

Doch wer sind nun die glücklichen Gewinner? Über den blickfang Designpreis „Mode & Schmuck“ durfte sich Miyagi freuen. Weicher als Seide, besser Feuchtigkeit aufnehmend als Baumwolle und kühler auf der Haut als Leinen sind die Eigenschaften jenes aus Eukalyptus gewonnenen und in Oberösterreich gesponnenen Tencel-Gewebes, das das junge Wiener Duo Veronika Bäck und Maria Neffe zum Ausgangsmaterial seiner Unterwäschekollektionen machte. Jurorin Ulrike Tschabitzer-Handler zeigt sich beeindruckt von der Konsequenz des Labels: „Obwohl es Miyagi erst seit Mai gibt, ist die Handschrift der beiden von den Entwürfen über das Branding bis zum Lookbook sichtbar. Das ist kein lautes Statement, sondern ein leises Label, das sich durch Detailreichheit auszeichnet.“ Ton Matton wiederum beeindruckte der bewusste Umgang mit der Endlichkeit des Tencel-Materials: „Mich haben die beiden überzeugt, weil sie ihre Entwürfe nicht in endlosen Stückzahlen fertigen. Wenn ein Stoff aufgebraucht ist, ist er aufgebraucht, und dann ist es auch gut. Alle ist alle! Das ist eine Haltung, die heute viel zu selten geworden ist.“ Und davon will die Jury mehr sehen – darum geht der blickfang Designpreis „Mode & Schmuck“ einstimmig an Miyagi.

 

Ein blickfang Designpreis „Möbel & Produkt“ ging an Spolia. © blickfang/Jakob Polacsek

Hervorragendes Update …

Vergibt die blickfang Designpreis Jury normalerweise je einen Preis in der Kategorie „Mode & Schmuck“ sowie „Möbel & Produkt“, ging sie heuer neue Wege.
Denn die beiden Aussteller Spolia und Zerunianandweisz for MBQ sind mit unterschiedlichen Herangehensweisen zu jeweils hervorragenden Entwürfen gelangt, sodass die Jury letztlich entschied, den Preis zu splitten.

Spolia beispielsweise hat 150 Jahre altes Eichen-, Ahorn- und Mahagoni- Parkett aus Bologna zum Ausgangspunkt ihrer Entwürfe gemacht. Das Wiener Label gibt dem warmen, geschichtsreichen Holz ein sanftes Update und verwandelt es in zeitgemäße, geometrische Beistelltische.

 

… und Revival der Handwerkskultur

Zerunianandweisz wiederum beleben nicht alte Materialien, sondern alte Handwerkskultur:

Ebenfalls Gewinner des blickfang Designpreis „Möbel & Produkt“: Zerunianandweisz. © blickfang/Jakob Polacsek

Für MBQ entwickelten sie eine Serie Kupfer-Accessoires, die von Roma-Handwerkern in Rumänien gefertigt werden. Die Entwurfsserie beschert den Handwerkern ein zuverlässiges Einkommen und hilft so, jahrhundertealte Handwerkstradition zu wahren. Auf der blickfang Wien waren die Entwürfe Teil des „Buy Social Design“-Kollektivs, dem beispielsweise auch der blickfang Wien Designpreisträger des Vorjahres, Goodgoods, angehört. Damit zeigt sich nicht zuletzt auch quer über die Messe-Editionen, dass gutes Design gefragt ist, das ohne erhobenen Zeigefinger dazu beiträgt, die Welt im Kleinen zu verbessern.

 

Design-Verlängerung: Dutch Design Pop Up Store

Die blickfang Wien lockte also einmal mehr mit Entwürfen, die mehr als einen Funktionswert besitzen. Im Gespräch mit den Machern zeigte sich das besonders deutlich – doch selbstverständlich sprechen manche blickfang-Entwürfe natürlich auch ohne die persönlichen Statements der Macher, wie der erste blickfang Pop Up Store im 7. Bezirk zeigt.

Mit lässigen Entwürfen beeindruckten niederländische Designer – auch  im Dutch Design Pop up Store. © blickfang/Jakob Polacsek

Einen Vorgeschmack gab die bunte Dutch Design Show im Obergeschoss der blickfang Wien, die Kreationen zeigte, die um die Ecke und gleichzeitig viel weiter gedacht waren. Wie etwa die Melonen-Schaukelpferde von Maison Deux oder die handschmeichelnden Lederaccessoires von Renske Versluijs.
Entwürfe wie diese der kreativen niederländischen Designer lassen sich nun noch bis 31. Jänner im blickfang Pop Up Store in der Bandgasse 14/Ecke Westbahnstraße entdecken.

 

Save the Date(s)

Der Dutch Design Pop up Store ist noch bis 31. Jänner geöffnet. © blickfang/Jakob Polacsek

Eine weitere Möglichkeit, außergewöhnliche Kreationen auch abseits der blickfang-Messen zu finden und erstehen, ist der blickfang Designshop, der unter www.blickfang-onlineshop.com die besten Entwürfe aus der Welt der blickfang versammelt. Auch er bietet die Möglichkeit, die Zeit bis zur nächsten blickfang kreativ und innovativ zu überbrücken – sei es bis zu den nächsten blickfang-Events oder bis zur blickfang Wien 2018, wenn es von 26. bis 28. Oktober 2018 wieder heißt: Auf zum Schlendern, Staunen und Shoppen ins MAK!

 

www.blickfang.com

 


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