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Ausgezeichnet in Handwerk und Form

Vor kurzem kürte „Handwerk + Form“ seine Preisträger. Wettbewerb und Kreationen zeigen den handwerklich-kreativen Spirit des Bregenzerwaldes.

 

Es gibt sie, jene besonderen Regionen, Orte und Schauplätze, die ebenso Besonderes hervorbringen. Einer davon ist der Bregenzerwald. Hier regt und bewegt sich seit vielen Jahres so einiges. Das traditionelle Handwerk zeigt sich hier mit frischen Impulsen, die Designszene mit kreativem Innovationsgeist. Und sie geben einander die Hand. Alle drei Jahre liegt besondere Spannung in der Luft. Wenn die Handwerker aus der Region ihre Köpfe zusammen stecken und sich still und leise in die Werkstätten zurückziehen, und gleichzeitig Gestalter sprichwörtlich an deren Türen klopfen, um gemeinsame Sache zu machen, dann steht „Handwerk + Form“ vor der Tür. Der gestalterische Wettbewerb ist ein spezielles Highlight – und die diesjährigen Preisträger sind gekürt.

 


Handwerk + Form ’18 – Auszeichnungen


 

Doch was steckt hinter „Handwerk + Form“? Es geht nicht nur um Handwerk, nicht nur um Gestaltung – es geht um beides. Handwerk + Form ist ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der Zusammenarbeit von Handwerkern aus dem Bregenzerwald mit Gestaltern aus dem In- und Ausland – und ein Erfolgskonzept, das den handwerklichen und kreativen Spirit zeigt, der sich im Duett mehr als nur addiert oder multipliziert.
Auf Anregung des Handwerkervereins Andelsbuch im Bregenzerwald, in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesigner Harry Metzler wurde der Wettbewerb 1991 erstmals ausgetragen, über 700 Werkstücke sind seither entstanden – Tendenz steigend. Seit dem Jahr 2000 schreibt der Werkraum Bregenzerwald den Wettbewerb mit begleitender Ausstellung aus, der sich längst überall herumgesprochen hat. Er hat internationale Strahlkraft, wurde heuer bereits zum achten Mal ausgelobt, verzeichnet mit 122 abgegebenen Einreichungen eine Höchstbeteiligung und mit den Gewinnern von Auszeichnungen, Anerkennungen und Belobigungen 30 glückliche Sieger.

 


Handwerk + Form ’18 – Anerkennungen


 

Überhaupt hatte Handwerk + Form ’18 so einiges zu bieten. 74 Handwerker aus dem Bregenzerwald haben sich mit 103 GestalterInnen aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Europa zusammengetan – und Eindrucksvolles gestaltet, geschaffen und in den drei Kategorien Produkt, Bauhandwerk und Experiment eingereicht. Die kompetent besetzte, aus Architektur, Design und Medien kommende Jury war an zwei Tagen mit den eingereichten Prototypen konfrontiert. Elke Delugan-Meissl (Architektin und Partnerin DMAA – Delugan Meissl Associated Architects, Wien), Marianne Goebl (Geschäftsführerin artek, Helsinki), Hermann August Weizenegger (Designer, Atelier HAW, Berlin), Philipp Kuntze (Gründer World Crafts, Bern), Rianne Makkink (Architektin und Partnerin Studio Makkink&Bey, Rotterdam), Thomas Machhörndl (Herausgeber domus Deutsche Ausgabe, Wien) und Harry Metzler (Grafikdesigner, Schwarzenberg) waren von der breiten Streuung an Themen und von der Vielfalt an Gewerken beeindruckt.
Sie hatten die Qual der Wahl, wobei bei dem mit satten 15.000 Euro dotierten Wettbewerb das durchdachte und formschöne Produkt, ausgeführt in hoher handwerklicher Qualität, gemacht für den täglichen Gebrauch, zählt.

 


Handwerk + Form ’18 – Belobigungen


 

Einblicke

Sind die 30 Preisträger geadelt, gilt der Applaus, den man diese Tage im Bregenzerwald hört, nicht nur ihnen, sondern der ganzen Vielfalt an Einreichungen. Denn alle zum Wettbewerb zugelassenen Arbeiten werden in Form eines speziellen Dorfrundgangs durch alte Werkstätten und Wirtschaftsgebäude in Andelsbuch gezeigt. Die Präsentation führt, ausgehend vom Werkraumhaus, in einem Rundgang durch das ganze Dorf. Ausgangs- und Sammelpunkt ist das von Peter Zumthor geplante Werkraumhaus.

 

Spezielles entdecken

Darüber hinaus werden erstmals in Form einer Sonderausstellung Kooperationsprojekte außer Konkurrenz von Handwerksbetrieben des Werkraum Bregenzerwald mit internationalen Designschulen präsentiert. Gemeinsam mit Studierenden des Royal College of Art (RCA) in London wurden unter dem Titel „Designing Craft – Crafting Design“ experimentelle Wohnobjekte entwickelt, während mit dem Studiengang Manual & Material Culture / Design, Handwerk & materielle Kultur an der New Design University St. Pölten (NDU) vermarktbare Kleinserienprodukte umgesetzt wurden und die Prototypen in der Dorfwirtschaft Jöslar gezeigt werden.
Unter dem Titel „Altes Wissen, neue Formen – Kulturelles Erbe in Handwerk und Baukultur, ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018“ startet Handwerk + Form zudem mit einem Symposium in das zweite Ausstellungswochenende und bietet damit Gelegenheit, Ein- und Ausblick in vier Expertisen aus den Bereichen Architektur, Handwerk, praxisorientierte Forschung und Design im europäischen Kontext zu nehmen.

 

www.handwerkundform.com

werkraum.at/

 


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