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Erlebbare Zukunft

Innovativ, frisch gedacht und neu gemacht zeigen die Produktideen junger Kreativer bei den Kölner Messen die Living- und Kitchen-Zukunft.

 

Zukunftsweisende Produktideen zeigen jungen Kreative beim „Pure Talents Contest 2019“. © Koelnmesse

Wo bitte findet man Fliesen aus Papier, Tischplatten aus Abfallholz und Leuchten mit ungiftigen Salzbatterien – und dies gleich neben den neuesten Stühlen, den originellsten Stauraummöbeln, Falten werfenden Lounge-Chairs und mittig arrangierten Küchenmodulen? Auf der imm cologne 2019. In Kürze öffnet die internationale Einrichtungsmesse in Köln in Türen und vereint dabei wortwörtlich die Zukunft des Einrichtens und Wohnens unter einem Dach, garniert mit Küchenlösungen von morgen bei der LivingKitchen.

 

 

„Ich denke, das Resultat ist eine gute Kombination aus sehr schönen, für den Verkauf verwertbaren Objekten und Entwürfen, die zum Nachdenken anregen“ – Suvi Saloniemi

 

Zukunftsweisende Produktideen warten dabei mit der Ausstellung zum Pure Talents Contest 2019, bei der die besten 26 Innovationen des renommierten Wettbewerbes präsentiert werden und aufzeigen, was morgen, übermorgen oder auch überübermorgen angesagt ist.

 

Immer besser

Die imm cologne und LivingKitchen präsentieren die 26 besten Entwürfe. © Koelnmesse

Intention, Clou und Ergebnis: Junge Gestalter, die aktuell noch studieren oder ihre Ausbildung eben erst beendet haben, machen sich Gedanken über Nachhaltigkeit, Interaktivität und generationenübergreifendes Design für junge wie für ältere Menschen – das ist das positive Resümee der 16. Ausgabe des Pure Talents Contest, der mit 926 Produkteinreichungen aus 69 Nationen eine neue benchmark setzte. Angesichts der um elf Prozent gesteigerten Anzahl an Einreichungen und erneut gewachsener Internationalität hatte diee mit der Designerin Rianne Makkink (Studio Makkink&Bey) aus Rotterdam und Suvi Saloniemi, der Chefkuratorin des Design Museums Helsinki, den Designern Sebastian Herkner aus Offenbach und Cristian Zuzunaga aus Barcelona sowie dem Designjournalisten Johannes Hünig (Redakteur Ideat Magazin) aus Hamburg und dem Unternehmer Wilfried Lembert (Geschäftsführer Minimum Einrichten GmbH) aus Berlin hochkarätig besetzte Jury wahrlich die Qual der Wahl.

 

 

„Ich mag es, wenn Entwürfe einen zunächst optisch herausfordern und man mit ihnen erst ein bisschen Zeit verbringen muss. Manche Entwürfe muss man sich erarbeiten. Dafür sind sie dann auch sehr viel nachhaltiger in der Art und Weise, wie man mit ihnen lebt.“ – Johannes Hünig

 

Schlussendlich wurden 26 Entwürfe nominiert, die die Produktbereiche Möbel, Bodenbeläge, Tapeten und Textilien, Leuchten, Smart Home, Wohnaccessoires und Küche repräsentieren. Die Jury zeigte sich von den vielen internationalen Einreichungen beeindruckt, ihre Auswahl honoriert den Nachhaltigkeitsgedanken vieler Entwürfe und die Kombination von bekannten mit neuen, bisher nicht beachteten Materialien. „Ich denke, das Resultat ist eine gute Kombination aus sehr schönen, für den Verkauf verwertbaren Objekten und Entwürfen, die zum Nachdenken anregen“, kommentiert Suvi Saloniemi die Jury-Auswahl.

Die Kreationen repräsentieren die Produktbereiche Möbel, Bodenbeläge, Tapeten und Textilien, Leuchten, Smart Home, Wohnaccessoires und Küche. Wie „SALT“ von Bastian Thürich. © Bastian Thürich; Koelnmesse

Dabei ist die Bandbreite an Funktionen und Materialien sowie an unterschiedlichen Herangehensweisen bei den ausgewählten Entwürfen erstaunlich groß: angefangen bei einer als Studie über das Sitzen angelegten Produktreihe mit 21 Prototypen über eine Tambour Credenza, deren Design von textiler Farbtechnik inspiriert ist, ein Seifenblasen-ähnliches Architekturmöbel, das Privatsphäre im öffentlichen Raum schafft und einen klassischen Stuhl, der die fließenden Formen der 60er-Jahre neu interpretiert, bis hin zu einem fast klobig wirkenden Lounge-Chair, der durch die unvermittelte Kombination von Stahlrohr und grob verschraubten Holzplanken einen frechen Industrielook versprüht.

Jurymitglied Johannes Hünig findet das gut: „Ich mag es, wenn Entwürfe einen zunächst optisch herausfordern und man mit ihnen erst ein bisschen Zeit verbringen muss. Manche Entwürfe muss man sich erarbeiten. Dafür sind sie dann auch sehr viel nachhaltiger in der Art und Weise, wie man mit ihnen lebt.“

„Der Contest ist eine sehr gute Plattform. Und er wird vielen Leuten helfen. Ich bin sehr froh, ein Teil davon zu sein.“ – Cristian Zuzunaga

20 der nominierten Entwürfe werden auf der imm cologne in der bekannten Wettbewerbsausstellung des Pure Talents Contest in Halle 3.1 gezeigt. Für die ausgewählten Designer ist die Präsentation ihrer Entwürfe auf der imm cologne die ideale Plattform für einen erfolgreichen Karriere-Start. „Der Contest ist eine sehr gute Plattform. Und er wird vielen Leuten helfen. Ich bin sehr froh, ein Teil davon zu sein“, ist Jurymitglied Cristian Zuzunaga überzeugt.

 

Im Produktbereich Bodenbeläge, Tapeten und Textilien nominierte die Jury unter anderem eine Materialforschung, die benutztes Papier mit Porzellan kombiniert, um schalldämmende Fliesen herzustellen.

„Auch junges Design hat heute eine Wertigkeit, der man anmerkt, dass es eben nicht darum geht, etwas zu entwerfen, das super neu und besonders ist, sondern einfach nur gut gemacht und gut im Gebrauch.“ – Wilfried Lembert

Der diesjährige Pure Talent Contest spiegelt wider, dass sich die junge Designer-Generation intensiv mit den Themen Ressourcen-Umgang und Material-Recycling beschäftigt, unterstreicht Wilfried Lembert: „Auch junges Design hat heute eine Wertigkeit, der man anmerkt, dass es eben nicht darum geht, etwas zu entwerfen, das super neu und besonders ist, sondern einfach nur gut gemacht und gut im Gebrauch. Damit es lange hält. Der Trend geht weg vom Verbrauch zum Gebrauch. Und das, was verbraucht wird, sollte aus ökologischen oder wiederverwertbaren Materialien hergestellt sein.“

LivingKitchen Selection und „FutureDesign“

Fett weg: Mit „The Portable Kitchen Hood“ von Maxime Augay. © Maxime Augay; Koelnmesse

Anlässlich der parallel zur imm cologne stattfindenden LivingKitchen werden die Küchenprodukte erstmalig als eigenständiges Wettbewerbssegment kuratiert. Sechs Produkte aus den Bereichen Küchenaccessoires, Küchengeräte und Küchenkonzepte wurden für die LivingKitchen Selection des Pure Talents Contest nominiert.

„Bei den Küchen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass sie kleiner werden und weniger repräsentativ“ – Rianne Makkink

Darüber hinaus wird für die LivingKitchen Selection ein eigener Preis vergeben, sodass der Pure Talents Contest in diesem Jahrgang insgesamt vier Preise auslobt. Neu ist auch die eigenständige Präsentation im Rahmen des LivingKitchen-Events „FutureDesign“, bei dem die Entwürfe gleich neben der FutureKitchen von Star-Designer Alfredo Häberli in Halle 4.2 zu sehen sein werden.

Ein-Blick

Der Blick durch’s Schlüsselloch enthüllt dabei die nominierten Beiträge, die unter anderem eine mobile Outdoor-Küche, eine modulare, in der Raummitte aufzubauende Küche, die für mehr Kommunikation und Flexibilität sorgen soll, eine laborartige Kompaktküche für alle Arbeitsvorgänge in fugenlosem Design, eine Spülbürstenserie aus alternativem Material, eine tragbare Küchenhaube als Absaugventilator für kleine Küchen und ein ergonomisches Küchenmesser im Universal Design für Schneidearbeiten im Sitzen.

„Bei den Küchen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass sie kleiner werden und weniger repräsentativ“, meint Jury-Mitglied Rianne Makkink. Sie findet, dass die junge Generation generell ihre Wohnsituation viel ernster nimmt. „Sie wollen nicht nur große Dinge gestalten oder sich mit der Frage beschäftigen: Was könnte Design sein? Sie beschränken sich auf reale Fragestellungen. Es geht eher darum, wer wir sind und was wir sein wollen“, ist sich Makkink mit der nachfolgenden Designer-Generation einig.

Winner-Quartett

Mit dem Preis für die LivingKitchen Selection kann die Jury dieses Jahr für den Pure Talents Contests erstmals insgesamt vier Preise für die besten Wettbewerbsbeiträge vergeben. Die Gewinner werden von der Jury erst am ersten Messetag ausgewählt, die Preisträger am Messemontag bei „The Stage“ in Halle 3.1 bekanntgegeben.

www.imm-cologne.de

www.livingkitchen-cologne.de

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